karpatenschnitzel Aktuelles,Fantasy & Comedy,Kulturdezernat,Wissenswertes Dritte Auflage „Karpatenfolklore“ erscheint noch 2026

Dritte Auflage „Karpatenfolklore“ erscheint noch 2026

Unter dem Begriff Karpatenfolklore wurden bisher zwei Alben veröffentlicht mit den Titeln Sonnenwind und Kosmische Ordnung. Noch im Herbst 2026 soll das dritte Album erscheinen. Das Konzept ist eine Mischung aus Folklore und Weltmusik. Dabei kommen verschiedenste Instrumente zum Einsatz. Insgesamt ist es entspannende Musik zum hören und genießen. Ein besonderer Einsatzort ist z.B. die Gastronomie. Das Produktionsteam hat dazu sogar Studien durchgeführt und Erfahrungen aus der Gastronomie ausgewertet. Instrumentale dezente Musik wirkt sich auf das Ambiente sehr positiv aus, aber auch auf die Arbeitsbedingungen. Servicekräfte haben berichtet, dass instrumentale Musik nicht so störend und ablenkend sei als z.B. Radio. Besonders beim Umgang mit Kunden ist hier ein spürbar positiver Effekt zu erkennen. Menschen möchten keine aggressive chartrotation im Restaurant, bei der dann im 15 Minuten Takt alles an negativen Nachrichten wiederholt wird , was die Stimmung zerbricht.

Wir konnten dem Produzenten Deniz Roskiewicz einige Fragen stellen.

Frage: Gibt es schon einen Termin?

Roskiewicz: Leider gibt es noch keinen Termin, da wir mitten in der Arbeit sind. Es ist noch zu früh sich hier festzulegen. Was wir wissen, ist, dass wir in diesem Jahr fertig werden. Wir arbeiten parallel noch an anderen Projekten sowie an einer Ausstellung für alte elektronische Musikgeräte.

Frage: In welchem Stadium befindet sich das Album?

Roskiewicz: Wir haben um die 40 neue Ideen und Songkonzepte zusammengetragen in den letzten zwei Jahren. Daran haben wir in den vergangegen zwei Monaten gearbeitet. Songs ausarbeiten, Arrangements finden und irgendwie einen Gesamtsound entwickeln. Einige Ideen sind bereits rausgefallen, da wir hier kein Potential sehen einen würdigen Song zu entwickeln. Dafür sind aber kürzlich spontan neue Songs entstanden, die fast fertig sind. Derzeit sind um die 15 Songs grob fertig. Es fehlt der Feinschliff und einige Änderungen in der Instrumentierung.

Frage: Wird es stilistisch Neues geben und wie wird das Album klingen?

Roskiewicz: Grundsätzlich wollen wir uns nicht zu weit vom Sound entfernen. Dafür haben wir uns im Studio auf einige konkrete Instrumente festgelegt, die immer wieder zum Einsatz kommen. Wir haben derzeit Songs in jeder Stimmung, von traurig episch bis lustig und fröhlich. Der Titel Karpatenstern vom ersten Album war eine Komposition aus dem Jahr 1996 und war ursprünglich im Dancegewand aufgenommen. Ch wie es damals einige bekannte Dancetitel gab. So mit Panflöte und Indianerstyle. Letztendlich wirkte es aber als Ballade besser im Arrangement von Folklore. Das kann auch beim jetzigen Album noch passieren, dass wir einen Titel komplett umbauen. Aber grundsätzlich werden wir dem Sound treu bleiben. Wie es technisch klingt werden wir noch im Detail sehen. Wir arbeiten in verschiedenen Studioumgebungen. Einmal mit einem digitalmischpult und einmal mit einem alten Analogpult. Für percussive Elemente nutzen wir gern unsere eigens gebauten Schlagwerke die wir in einem großen Festsaal aufnehmen um schon bei der Aufnahme einen natürlichen Raumklang einzufangen.

Frage: Gibt es schon einen Namen für das Album?

Roskiewicz: Nein den haben wir noch nicht gefunden. Das wird eher zum Produktionsende kommen, wenn wir das Cover gestalten.

Frage: Wo und wie werden die Album veröffentlicht?

Roskiewicz: Bisher haben wir die Alben digital und als CD angeboten. Digital jedoch ausschließlich auf Bandcamp. Das funkioniert sehr gut, erreicht aber nicht so viele Hörer. Aktuell denken wir über neue Lösungen nach. Die Abwägung ob die derzeit angesagten Streamingdienste einen Vorteil bringen oder ob man dort bei den vielen KI Songs unter geht.

Frage: Wie siehst du das generell mit der Vermarktung, da es ja alle Richtungen betrifft?

Roskiewicz: Das ist ein schwieriges Thema, aber das war es immer. In den 90ern hat man sich ein paar hundert CDs pressen lassen, aber mit dem Vertrieb sah es schwierig aus. Prinzipiell das Gleiche wie heute. Für die Künstler ist es technisch einfacher geworden die Aussenwelt zu erreichen. Leider steht das auch den „Nicht-Künstlern“ und zweifelhaften Akteuren zur Verfügung. Ein großes Problem sind die Algorithmen, die dem Anbieter dienen, aber auch zu oft falsche Ergebnisse liefern. Der Hörer hat gar nicht mehr die Möglichkeit gezielt zu suchen oder sich per Zufall inspirieren zu lassen. Es gibt nur Vorschläge entsprechend deiner Muster. Das ist wie früher in einem Plattenladen wo man selber in den Plattenkisten guckt oder der Verkäufer fragt was man will und der sucht dann fünf Platten aus seiner Kiste raus. Dadurch fällt viel gutes Material hinten runter, weil sich heute alles nur noch ums Klicks und schnelle Aufmerksamkeit dreht.

Frage: Wird man eure Musik auch einmal live erleben können?

Roskiewicz: Diese Frage haben wir uns auch schon mehrfach gestellt. Man muss hier die Arrangements berücksichtigen. Da ist ja alles vertreten von einfachen Titeln mit drei Soloinstrumenten bis zum Orchester für Walzer und Klassik. Teilweise kommen sogar moderne elektronische Sounds dazu. Das wäre ein enormer technischer Aufwand. Bei den heutigen Produktionskosten wäre das eine enorme Herausforderung für alle Beteiligten. Was diese Frage und die Frage davor angeht, muss man hier auch einige Punkte berücksichtigen, die man nur mit der entsprechenden Erfahrung sieht. Unsere Erfahrung damit, geht ca 30 Jahre zurück. Man hat damals oft naiv und blauäugig etwas umgesetzt was letztendlich nicht so erfolgreich war bzw was dem Alter geschuldet war. Wenn man sich heute umschaut wie junge Künstler oder Veranstalter aus Idealismus dinge starten, ist das zwar lobenswert, aber man hat den Eindruck in 30 Jahren kam kein neues Wissen dazu. Die gleichen Fehler, die gleichen naiven Vorstellungen. Fortschritt und Entwicklung würden anders aussehen.

Frage: Warum ist das so?

Roskiewicz: Das bedient sich gegenseitig. Alles was nicht professionell ist, trifftet in Idealismus ab. Stimmt dann das Gruppengefüge nicht, endet es oft im Streit. Profis gehen anders an die Dinge heran, was ein Idealist nie verstehen wird. Egal ob junge Veranstalter oder Künstler, wenn man schaut was die machen, sieht man, dass wird nichts. Es ist oft eine Mischung aus Übereifer, Fehlbesetzung, Ego und Möglichkeiten, was sich dann so komisch behakt, dass es zum Stillstand kommt.Wenn man aber zurück blickt, sind die besten Ergebnisse immer dort, wo jemand alleine agiert hat bzw. einer die Linie vorgibt. Mehr Menschen, mehr Probleme. So einfach ist das. Derzeit bzw schon länger, stangiert es im Eventbereich in allen Größenklassen. Vom Dorffest bis zum großen Festival reibt es wirtschaftlich. Dazu kommt, das im Regionalen immer mehr Akteure zu finden sind, die glauben man könne noch eine Ballermann Party auf den Markt werfen. Letztendlich löscht sich das gegenseitig aus, da zum einen das Angebot zu groß und zu ähnlich ist und generell alles irgendwie abgetragen ist. Auf jedem regionalen Plakat steht „Hüpfburg“. Es ist die Wechelwirkung von der steigenden Ablehnung dieser sturen gleichbleibenden Routine und der kollektiven Verweigerung etwas zu ändern, geparrt mit den Auswirkungen einer technischen Überflussgesellschaft.

Frage: Wo führt das hin?

Roskiewicz: Zur Überladung und einem Reset. Ein Prinzip was auch in der Natur so abläuft, nur mit dem Unterschied dass der Mensch ein Ego hat und einige das nicht gut finden werden. Wir haben einfach den Zustand, dass an vielen Postionen, egal ob gewerblich oder im Freizeitbereich, ungeeignete Menschen agieren, die eher ihr Ego im Blick haben als die eigentliche Sache. Das bedeutet, die Entscheidungen die getroffen werden, bedienen eher die eigenen Interessen als die der Zielgruppe. Andererseits liest man nur noch Ballermann, 90er Party, Schlagerparty. Das alles ist aber deutlich lauter und aggresiver als vor 10 Jahren. Das nennt man in der Wissenschaft Eskapismus, also Realitätsflucht. Die Menschen bekämpfen Stress mit Stress.

Nehemn wir junge Bands. Die meisten gehören grob zur Schublade „Metal“. Die träumen vom RocknRoll Dasein und Erfolg. Die benehmen sich hinter der Bühne wie Rowdys weil es cool ist und auf der Bühne stehen sie unter dem Zwang gewisse Ideologien zu verkünden, die rein gar nicht zum RocknRoll passen. Diese jungen Musiker träumen von Freiheit und Erfolg, bewegen sich aber in einem engen Rahmen an Vorgaben nur um einen Gig zu bekommen. Und sowas hat Folgen, weil sich gute Musiker genau dort zurück ziehen. Die Ursachen kann man aber nicht an einem Punkt festmachen. Alle Beteiligten haben hier einen Anteil. Auch die Musiker selbst. In dem Newcomer Bereich findet man wie gesagt, vorrangig Metal und Co. Das ist nun genau die Musikrichtung die null Kreativität zulässt. Das klingt statistisch gesehen alles gleich. Gleiches gilt für den depressiven Jammerpop, früher bekannt als „Singer/Songwriter“. Es ist ein unbewusstes Anpassen an den Mainstream aber mit der ständigen Wiederholung „wir machen es der Musik wegen, nicht wegen dem Geld oder Erfolg“ Das ist schlicht weg gelogen.

Frage: Letzte Frage, in wie weit betrifft das alles die Karpatenfolklore?

Roskiewicz: Gar nicht. Aber man beobachtet natürlich was so auf dem Markt passiert. Man ist ja nicht auf einem anderen Planet. Immer wieder kommen neue Kontakte und Projekte mit anderen. Man muss eben konsequent abwägen worauf man sich einlässt. Und man sollte die Dinge tiefgreifend für sich auswerten. Oberflächlichkeit ist kein guter Berater. Wer sich als Künstler sieht, und glaubt kreativ zu sein, aber gleichzeitig ausschöließlich auf die Hüpfburg setzt, ist alles aber kein Künstler und schon gar nicht kreativ.

Frage: Neben Folklore und Weltmusik gibt es aber auch noch andere Stile. Gibt es da etwas Neues?

Roskiewicz: Richtig. Die elektronische Musik spielt auch eine große Rolle, sowie Popmusik und Sounddesign. Vor dem Folklore Album haben wir einige Sample Pakete erstellt, die vorrangig Percussions enthalten. Das sind z.b auch die Sounds dabei die wir für die Folklore verwenden. Alles selber gebaut und gesampelt. Unsere analoger Maschinenpark verweilt derzeit bei einer Ausstellung, wodurch die Nutzung etwas schwierig wird. Es gab einen Plan für eine rein analoge Vintage Produktion. Aber vorher müssen wir noch ein paar Remixe fertig machen für ein anderes Projekt.  

Vielen Dank für das spontane Interview

Related Post